Anthologie “Fiction x Science” – Interview mit Melody Aimée Reymond und Michael Kaufmann

Endlich ist es so weit, die Anthologie Fiction x Science — die Vision einer hoffnungsvollen Zukunft ist erhältlich! Ich habe zwar keine Geschichte beigesteuert, dafür freue ich mich, die Anthologie als Blog unterstützen zu dürfen.

Ausserdem durfte ich Melody und Michael mit meinen Fragen löchern und habe interessante Antworten rund um das Projekt und zum Thema Wissenschaft und Fiktion erhalten. Viel Spass beim Lesen!

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Eckdaten zum Buch

Fiction x Science: Das ist die Vision einer hoffnungsvollen Zukunft, die durch die Verschmelzung von Mensch und Maschine möglich gemacht wird. Diese Anthologie enthält sechzehn spannende Kurzgeschichten.

Nicht nur in den Geschichten geht es um hybride Mensch-Maschinen-Systeme: Melody und ihr Team wendeten ein solches für die Auswahl und das Editieren der Erzählungen innerhalb eines Schreibwettbewerbes an. Entstanden ist mehr als eine Sammlung von Kurzgeschichten: Dieses Buch ist ein Kunstwerk, das erst durch die Digitalisierung in dieser Form möglich geworden ist. Es ist ein Spiegel der Kunstformen der Zukunft.

Mit Geschichten von: Dorothe Zürcher, Carmen Capiti, Raidn Neil Reat, Pamela Mertens, Stephanie Lay, Nina Horvath, Anna-Katharina Höpflinger, Janna Ruth, Anja Hänel, Raven Elisabeth Dietzel, Wilfried von Manstein, Jutta Siebert, Apolonia Gottwald, Melody Aimée Reymond, Sophia Sommer und Swantje Oppermann.

Mehr Informationen findest du auch unter www.fictionxscience.ch

Das Buch ist in allen gängigen Online-Buchhandlungen erhältlich. Über die ISBN ist auch die Bestellung im regulären Buchhandel möglich. Das Buch gibt es einerseits als hochwertiges Hardcover und andererseits auch elektronisch als E-Book.

ISBN Hardcover: 978-3-907589-02-1
ISBN E-Book: 978-3-907589-03-8

Amazon • Books.chThalia.de

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Blick hinter die Kulissen

Hallo Melody, hallo Michael. Stellt euch doch kurz vor: Wer seid ihr und was macht ihr?

Melody: Mein Name ist Melody Aimée Reymond. Ich arbeite Teilzeit im Online-Marketing, den Rest der Zeit widme ich meiner Familie — meinem Mann und unseren beiden Söhnen. Ich arbeite an einigen Buchprojekten, davon ist Fiction x Science — Die Vision einer hoffnungsvollen Zukunft mein erstes Werk als Herausgeberin und Mitautorin, welches veröffentlicht wird.

Michael: Ich ein individualistischer Freigeist, glücklich verheiratet, stolzer Vater zweier gesunder Söhne, wohne mit meiner Familie am Waldrand in Luzern, wo ich auch mal Rehe weiden sehe. Ich bin Professor am neuen Departement für Informatik der Hochschule Luzern in Rotkreuz und forsche im Bereich Datenbanken, Informationssysteme und Wissensgenerierung.

Melody, du bist auch Autorin. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich habe schon immer geschrieben und mir vor dem Einschlafen Geschichten ausgedacht. Vor ein paar Jahren habe ich dann angefangen, diese aufzuschreiben. Daraus entstand der Wunsch, einen Roman zu schreiben, woraufhin ich dann eine Weiterbildung an der «Schule des Schreibens» in Deutschland begonnen habe, in der ich an der Entwicklung meines ersten Romans arbeite.

Und nun habt ihr eine Anthologie herausgegeben, die das Thema Wissenschaft und Fiktion verknüpft. Worum geht es genau?

Melody: Fiction x Science – Die Vision einer hoffnungsvollen Zukunft ist genau das: Geschichten, die von einer positiven Zukunftsvision der Verschmelzung von Mensch und Maschine, der technologischen Möglichkeiten, erzählen. Es soll eine Gegenhaltung einnehmen zu Zukunftsängsten, zur Sorge, dass Roboter unsere Arbeitsplätze wegnehmen, und dass wir nur noch Sklaven unserer Smartphones und Datenbubbles sind. Wir sind überzeugt, dass die Entstehung des Internets und der freie Zugang zu Informationen und Wissen ein Empowerment des Individuums darstellen und somit zu einer freieren, glücklicheren Gesellschaft führen.

Michael: In erster Linie möchte ich den Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben. Wir werden autonomer, gesünder, kreativer sein, und Technologie wird das ermöglichen. Das ist das Meta-Thema des Buches.

Könnt ihr ein wenig mehr zum Hintergrund erzählen? Wie kamt ihr auf die Idee, wie habt ihr die Geschichten ausgewählt und was brauchte es, damit wir das Buch endlich in Händen halten können?

Melody: Das Projekt trägt «Science» nicht nur im Titel, wir wendeten nämlich das wissenschaftliche Verfahren des Doppelblindgutachtens (double-blind peer-review) für die Auswahl der Kurzgeschichten an.

Wir schrieben über die Homepage des Vereins Schweizer Phantastikautoren  einen Kurzgeschichtenwettbewerb aus. Die eingereichten Geschichten wurden über die Plattform EasyChair hochgeladen, ein Tool, das dazu gedacht ist, wissenschaftliche Konferenzen zu managen. Wir teilten jeder eingereichten Geschichte drei andere zum Review zu. Dabei lief alles anonymisiert, weder wussten die Autorinnen und Autoren, wen sie bewerten, noch, von wem sie bewertet wurden. Dabei erstellten wir einen Bewertungsbogen, der den Geschichten auf verschiedenen Ebenen eine Punktezahl zuordnete, z.B. Themenrelevanz, Spannung, Konflikt, Charaktere etc. Diese Punktezahl entschied dann am Ende darüber, welche Geschichten schlussendlich in das Buch aufgenommen wurden. Meiner Meinung nach ist dieses Verfahren um einiges fairer, als wenn man «nur» von dem persönlichen Geschmack eines Herausgebers abhängig ist, ob die eigenen Geschichte in einer Anthologie erscheint oder nicht.

Ausserdem konnten wir für das Projekt Fiction x Science einige tolle Sponsoren gewinnen:

Des Weiteren haben wir den pako Verlag an unserer Seite, der sich bereit dazu erklärt hat, das Buch herauszugeben und einen tollen Coverdesigner und -Illustrator — Basil Bürgler.

Das Projekt ist ein Gemeinschaftswerk zwischen den drei Herausgebern, den fünfzehn Autorinnen und Autoren, den Sponsoren, dem pako Verlag und dem Coverdesigner. Niemand von uns alleine hätte so ein Werk auf die Beine stellen können. Ich bin allen Mitwirkenden sehr dankbar, dass sie an unsere Vision geglaubt haben.

Michael: Die erste Idee stammt von Edy, das meta-gestalterische Verfahren von mir, die Projektleitung hat Melody gemacht, das Cover ist von Basil Bürgler.

Was fasziniert euch an der Kombination Fiction und Science?

Melody: Ganz klar das Wechselspiel zwischen dem, was sich Menschen ausdenken, z.B. Jule Vernes «Reise zum Mond» und dem, was dann die Wissenschaft und Technik tatsächlich in der realen Welt wahr macht davon. Ohne Visionen der Science-Fiction hätte die Science auch keine Idee, in welche Richtung sie forschen soll.

Michael: Ich denke, dass einerseits die Wissenschaft kreative, künstlerische und subjektive Aspekte hat, welche durch eine Scheinobjektivität kaschiert wird. Woher stammen Hypothesen? Wie werden Experimente gestaltet? Was bedeutet die Datenlage wirklich? Die Subjektivität und Kreativität ist ein wesentlicher Teil der Konstruktion von Wissen. Andererseits kann ein wissenschaftlicher Ansatz für die Gestaltung von künstlerischen Werken verwendet werden, indem die Werkzeuge, Methoden und Inhalte der Wissenschaft nicht für die Entdeckung der Wahrheit, sondern für die Konstruktion von Fiktion angewendet werden.

Das ist noch ein wenig erforschter Weg, und genau das ist Forschung, neue Wege zu betreten und zu erkunden. Schliesslich gewinnen wir dadurch auch wieder neue Erkenntnisse. Ich denke, Kreativität und Erkenntnis sind zwei Seiten einer Medaille, die einander gegenseitig bedingen. Deshalb hat dieser Weg, den wir mit diesem Buch eingeschlagen haben, einiges an Potenzial, auch als Brücke zwischen Kunst und Wissenschaft.

Gibt es auch etwas, das euch an dieser Kombi Angst macht?

Melody: Natürlich können diese Visionen der Science-Fiction auch düster aussehen, ich denke da an all die Dystopien, die im Moment beliebt sind. Wir können aus der Atomtechnik Energie oder Bomben herstellen; was wir daraus machen, liegt in unseren Händen und Herzen. Wenn da ein negativer Geist vorliegt, dann kann das durchaus Angst machen. Jedoch bin ich im Moment eher davon überzeugt, dass wir uns Richtung Weltfrieden bewegen und nicht in einen dritten Weltkrieg.

Michael: Wir haben auf eine Gestaltung zweiter Ordnung gesetzt. Das bedeutet, dass wir unseren Einfluss und unsere Kontrolle nur auf die Rahmenbedingungen konzentriert haben, aber nicht auf den Inhalt. Die effektive Gestaltung des Inhaltes haben wir bewusst unkontrolliert entstehen lassen. Hier muss man also Kontrolle loslassen, und ist selbst gespannt, was dabei rauskommt. Mit Meta-Gestaltung kann man sich nicht sicher sein, dass dabei auch wirklich was Gutes entsteht.

Wie stellt ihr euch die Welt in, sagen wir mal, 100 Jahren vor?

Melody: Vielleicht 2100? Ich denke, wir werden als Weltgesellschaft noch näher zusammenrücken. Transportmittel werden schneller und wir können in noch kürzerer Reisezeit alle Orte unseres Planeten erreichen. Vielleicht gibt es einen übergeordneter Erdenrat, da die Staatsgrenzen mit dem Internet sowieso für das Individuum bereits am Verschwinden sind. Wir werden auf dem Mars eine Kolonie haben, da möchte ich gerne Ferien machen. Denn mit der Technik des späten 21. Jahrhunderts lebe ich länger als hundert Jahre und feiere meinen 125 Geburtstag.

Michael: Die Welt im 22. Jahrhundert: Da kommt meiner Meinung nach die Beschreibung von Peter Glaser im allerletzten GDI Impuls 4/2016 (S. 21/22) am nächsten. «Zauberei ist meine Wunschvorstellung an die Technologie der Zukunft. Die Hardware muss verschwinden, das heisst, sie tritt in den Hintergrund — als Infrastruktur.» Peter Glaser stellt sich vor, dass eine omnipräsente Nano-Technologie in der Luft jederzeit überall Internet-Content in der Luft materialisieren kann, und zwar ohne auf Empfangsgeräte angewiesen zu sein.

»Genauso will ich das Netz in der Luft haben. Wenn ich jemandem etwas zeigen will, soll er das in meiner Handfläche sehen können … oder an einer Wand … oder auf mein Hosenbein projiziert.” Glaser beschreibt diese Technosphäre als »eine magische Sphäre (…) du wedelst mit deinem Zauberstab, und es funkt Sterne».

Weiterhin hoffe ich natürlich auf die Möglichkeiten der regenerativen Medizin.

Ich nehme an, du, Melody, schreibst also gerne Sci-Fi?

Ich widme mich gerne Visionen der Zukunft, allerdings habe ich Mühe, die Technik detailliert zu beschreiben, weil ich mich hier nicht so sehr auskenne *lach*. Mein eigener Roman, an dem ich zurzeit Arbeite, spielt in einer Parallelwelt des 20en Jahrhunderts, die Technik ist dabei auf dem Stand der 50/60er-Jahre. Retro-Science-Fiction sozusagen.

Wenn man mehr von euch lesen und erfahren möchte, wo kann man euch finden?

Melody: Wir haben die Homepage für das Projekt: Fiction x Science und mich findet man auf meiner Webseite Melody Aimée.

Michael: Mehr zu meiner Person findet ihr auf der  Webseite der Hochschule Luzern

So, und jetzt das Wichtigste: Woher bekomme ich die Fiction x Science Anthologie?

Melody: Ab 22. Januar 2018 in allen gängigen Online-Buchhandlungen. Über die ISBN ist auch die Bestellung im regulären Buchhandel möglich. Das Buch gibt es einerseits als hochwertiges Hardcover und andererseits auch elektronisch als E-Book.

ISBN Hardcover: 978-3-907589-02-1
ISBN E-Book: 978-3-907589-03-8

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Ich bedanke mich bei Melody und Michael ganz herzlich für das ausführliche und spannende Interview. Es macht mich stolz, Teil dieses Projekts sein zu dürfen und hoffe, dass das Buch viele begeisterte Leser findet.

Wer noch mehr zum Team von Fiction x Science erfahren möchte, kann auf folgenden Plattformen vorbeischauen:

Melody Aimée Reymond:

Michael Kaufmann:

Edy Portmann:

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