10 Tipps, wie du Schreibroutine entwickeln kannst

Warum soll ich eine Schreibroutine entwickeln?

Schreiben ist wie ein Instrument zu spielen.

Wenn du ein Instrument erlernst, dann klingt es furchtbar und es ist höchst demotivierend: Du triffst die Töne nicht, spielst immer nur langweilige Etüden, keiner will dir zuhören.

Genau so ist es auch beim Schreiben. Deine Sätze sind vermurkst, die Grammatik ist zum Davonlaufen. Du hast kein Sprachgefühl, schreibst nur um den heissen Brei herum und deine Plots sind furchtbar langweilig.

Und sowohl beim Instrument erlernen als auch beim Schreiben heisst es: Üben. Üben. Üben.

Warum solltest du Schreibroutine entwickeln?

Vielleicht hast du ja auch Musikunterricht besucht. Bei mir gab es den mindestens einmal die Woche, für jeweils eine Stunde. Und dazu kamen die Hausaufgaben: »Lerne dieses Stück bis nächste Woche. Und spiele die Etüden 1 – 3.”

Ich habe den Unterricht gehasst. Und auch die Etüden. Aber ich habe jede Woche (mehr oder weniger motiviert) geübt und den Unterricht besucht. Und ich habe es so weit gebracht, dass ich Spass am Klavierspielen hatte — weil ich irgendwann Klavierspielen konnte.

Und genau so ist es auch beim Schreiben: Damit du das Schreiben lernen kannst und zufrieden mit deinem Geschriebenen bist, brauchst du Übung.

Je nachdem, wie ambitioniert deine Ziele beim Schreiben sind, musst du mehr oder weniger üben. Ein Konzertpianist übt nicht nur einmal alle paar Wochen. Der übt ganz bestimmt jeden Tag.

Wenn du einen Roman schreiben und Schriftsteller werden willst, musst du ebenfalls regelmässig üben: nämlich jeden Tag.

1. Sei bereit, jeden Tag zu schreiben

Manche nehmen sich vor, ein- oder zweimal die Woche zu schreiben. Oder am Wochenende. Aber leider reicht das nicht aus, damit du deine Schreibroutine entwickeln kannst.

Damit du merkliche Erfolge im Schreiben erzielst — und das ist es doch, was du willst, oder? — musst du jeden Tag schreiben.

2. Setze dir realistische Ziele

»Ich schreibe jeden Tag drei Stunden an meinem Roman” ist, wenn du Schreibanfänger bist, für eine Routine viel zu hoch gegriffen. So etwas stehst du vielleicht eine Woche durch, aber ganz bestimmt nicht einen Monat.

Beginne damit, dass du dir kleine Ziele setzt. Und zwar kleine, konkrete Ziele. Also nicht: »Ich schreibe jeden Tag an meinem Roman.”

Sondern:

Ich schreibe jeden Tag mindestens 500 Wörter an meinem Roman.

3. Von »sollen« zu »müssen«

Stelle dich darauf ein, dass du heute schreiben musst.

Wenn du nämlich am Abend vor dem Fernseher sitzt und denkst »heute sollte ich noch schreiben”, wirst du es sehr wahrscheinlich nicht mehr tun.

Wenn du aber die Einstellung hast, dass du heute unbedingt noch schreiben musst (weil du nämlich sonst deinen Traum vom eigenen Roman nicht erfüllen kannst), dann wirst du es tun.

Weil du ein Ziel hast und weil das Schreiben etwas ist, was du jeden Tag erledigen musst. Ohne wenn und aber.

4. Plane eine fixe Zeit ein

Das ist der wichtigste Punkt. Halte dir jeden Tag die Menge an Zeit frei, die du zum Erreichen deines Tagesziels brauchst. Ich schreibe täglich mindestens 750 Wörter und dafür brauche ich um die 20 – 30 Minuten.

Sorge dafür, dass du in dieser Zeit ungestört bist. Lege dein Handy weg, schliesse die Tür, kappe die Internetverbindung. Informiere deine Familienmitglieder und sag ihnen, dass du in dieser Zeit nicht gestört werden willst.

5. Erfinde Rituale

Gleich nach dem Aufstehen gibt’s erst mal einen Kaffee. Das ist für viele ein fixes Morgenritual. Rituale sind wichtig, damit sich eine Routine einstellen kann.

So soll es auch beim Schreiben sein. Finde etwas, das dich zum Schreiben bringt.

Ich schreibe immer mit einer Thermoskanne voller Tee. Sobald ich also das Wasser aufsetze, den Tee heraussuche und schliesslich die Kanne fülle, bin ich in Schreiblaune. Weil ich es so kenne und weiss: Bereite ich mir Tee in der Thermoskanne zu, dann schreibe ich.

Was dich auf das Schreiben einstimmt, musst du selber herausfinden.

6. Schaffe dir »Wenn-Dann« Abläufe

Ähnlich wie die Rituale helfen auch die »Wenn-Dann” Abläufe.

Wenn ich mit dem Hund zurück bin, dann schreibe ich 500 Wörter.

Oder:

Wenn ich meinen Milchkaffee vorbereitet habe, dann schreibe ich 15 Minuten.

Die Wenn-Dann Abläufe helfen dir, dich zu erinnern, wann du Schreiben wolltest — und solltest.

7. Setze dich nicht unter Druck

Blockiere dich nicht, indem du hohe Ansprüche an deine tägliche Schreiberei stellst. Du musst nicht 500 ausgesuchte, brillante Wörter für deinen Roman schreiben.

Schreib einfach irgendwas.

Es ist egal, ob das nun eine Szene deines Romans ist, oder eine Idee zu einer Kurzgeschichte, oder das, was du am Wochenende für die Familienfeier kochen musst.

Hauptsache ist, du schreibst.

8. Hole dir Unterstützung

Ich bin ein Statistik-Junkie. Ich mag Balken und Zahlen — jedenfalls, wenn es ums Schreiben geht. Und ich mag Belohnungen. Vielleicht geht es dir ähnlich und du brauchst eine visuelle Unterstützung und digitale Motivation.

Mit diesen Apps und Webseiten habe ich gute Erfahrungen gemacht:

  • Written? Kitten!  Alle 100, 200 oder 500 Wörter (je nach deinen Einstellungen) erscheinen süsse Kätzchen (oder anderes Getier). Kein Tracking, keine Analyse. Einfach nur Kätzchen.
  • 750words.com Schreibe jeden Tag 750 Wörter. Mit verschiedenen Statistiken und Auswertungen. Ausserdem wirst du mit virtuellen Badges belohnt, wenn du verschiedene Milestones erreicht hast.
  • Productive App Simple App, mit der du dir Gewohnheiten aneignen kannst. Motiviert wirst du durch den »Stride”, einer (hoffentlich) unterbrechungsfreien Linie von Tagen, an denen du die entsprechende Tätigkeit ausgeführt hast. Je mehr »erfolgreiche” Tage du hintereinander schaffst, desto besser.

9. Halte durch

Gib nicht auf.

Damit du deine Schreibroutine entwickeln kannst, brauchst du länger als nur zwei Wochen. Manche behaupten, man müsse mindestens 30 Tage durchhalten, eine Studie wiederum behauptet, man brauche dafür durchschnittlich 66 Tage.

Wie lange es auch immer bei dir dauert: halte durch!

Und lasse das tägliche Schreiben nicht schleifen, wenn du einen Tag ausgelassen hast. Wichtig ist, dass du am nächsten Tag wieder voll dabei bist.

10. Belohne dich

Du hast es geschafft, eine Woche lang jeden Tag zu schreiben?

Dann gönne dir etwas. Vielleicht ein Taschenbuch oder eine Doppelfolge deiner Lieblingsserie.

Du hast schon drei Monate ohne Unterbrechung geschrieben? Dann gönne dir ein Abendessen beim Italiener und feiere deinen Erfolg.

Belohnungen sind wichtig und motivieren dich, auch dann dran zu bleiben, wenn es mal nicht so rund läuft.

Fazit:

Damit du eine Schreibroutine entwickeln kannst, brauchst du ein Ziel, Zeit und den Willen dazu. Es ist nicht leicht — vor allem, wenn du Schreibanfänger bist.

Aber du kannst es schaffen — schliesslich habe ich es mit den oben genannten Punkten auch geschafft. Mittlerweile schreibe ich, weil ich den Drang zum Schreiben spüre und es mir Freude bereitet. Es ist schon fast wie eine Sucht.

Auch ich habe manchmal Tage, an denen das Tagesziel schwieriger zu erreichen ist, weil es einfach nicht läuft.

Doch da heisst es einfach: Augen zu und durch.

Und jetzt du:

Überlege dir, was für eine Schreibroutine du entwickeln willst.

Ich will jeden Tag 20 Minuten schreiben.

Überlege dir auch, warum du das tun willst.

Ich will dieses Jahr einen Roman schreiben.

Schreibe dir diese beiden Ziele auf und hänge den Zettel an einen Ort, wo du ihn jeden Tag siehst.

Und jetzt beginne mit dem Schreiben. 🙂

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